Große Eröffnung des DRZ Living Lab – inkl. Wissenschaftlichem Symposium

Nach mehreren abgesagten Terminen im lezten und diesem Jahr war es am 01. Oktober endlich so weit: Das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum (DRZ) hat sein „LivingLab“ mit einem offiziellen Festakt eröffnet. Hier können auf 1.300qm indoor und 1.500qm outdoor Versuche durchgeführt werden, um Roboter und Drohne für den Einsatz bei Rettungsmissionen zu entwickeln. Dabei arbeiten Anwender, Unternehmen und Wissenschaft eng zusammen. Ziel ist es, dass Mensch und Roboter im Ernstfall perfekt zusammen arbeiten. Die Roboter und Drohnen können dabei in Bereiche vordringen, die für die Einsatzkräfte zu gefährlich sind.

Zur Eröffnung sprach die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek ein Grußwort. Sie betonte, dass ein so innovatives Projekt wie das DRZ, eine zentrale Rolle dabei spielt einen leistungsfähigen Katastrophenschutz weiter auf- und auszubauen. Durch die Förderung seitens des BMBF ist es möglich ein so weitläufiges Testzentrum für Rettungsrobotik aufzubauen.

Der feierliche Festakt endete damit, dass einer unserer Roboter das rote Band zur Eröffnung durchgeschnitten hat. Danach ging es für Roboter und Menschen direkt weiter zur Einsatz-Übung. Das Szenario zeigte eine Menschenrettung in einem einsturzgefährdeten Bereich. Hier unterstrichen alle, wie perfekt Mensch und Maschine bereits zusammen arbeiten. Die Einsatzleitung entsandte zuerst mehrere Drohnen – eine davon erkundete vollkommen autark. Basierend auf den gelieferten Bildern erhielten die Feuerwehrleute vom Löschzug Bodelschwingh in Dortmund ein umfassendes Lagebild. Dadurch konnten direkt weitere mechanische Einheiten in den Einsatz geschickt werden. Die drei bodengebundenen Roboter räumten eine verschüttete Röhre frei, erkundeten die Lage, erklommen eine Treppe und halfen bei der Evakuierung einer verletzen Person. Weiter unterstützt wurden sie durch die Drohnen, welche den Überblick behielten und den menschlichen Einsatzkräften spezifische Detailinformationen lieferten.

Im Anschluss an die Eröffnungsfeier fand das International Symposium Rescue Robotics als hybride Veranstaltung statt. Zum Thema „Current State and Challenges for Intelligent Robotic Assistance in Disaster Response“ sprachen sechs hochkarätige Experten zum Thema. Dr. Ivana Kruijff und Prof. Oskar von Stryk teilten sich die Moderation der Sessions. Der erste Block fokussierte die Wissenschaft. Hier stellten Prof.  Robin Murphy (Texas A&M Universität, USA), Prof. Tomas Svoboda (Technische Universität in Prag, Tschechien) und Satoshi Tadokoro (Tohoku Universität, Japan) aktuelle Forschungsergebnisse vor. Der zweite Block stellte Anwendung und Standardisierung ins Zentrum. Hier sprachen Jean-Paul Monet (Lieutenant-Colonel vom Pompiers de Bouches-du-Rhone, Frankreich), Emanuele Gissi (Fire Chief der Feuerwehr in Savona, Italien) und Adam Jacoff (NIST, USA) über ihre Erfahrungen in der Anwendung von Rettungsrobotern. Das abschließende Panel moderierte Dr. Hauke Speth, Leitender Regierungsbranddirektor am Institut der Feuerwehr (IdF) Nordrhein-Westfalen.

Ein Presseecho zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Webseite unter Veranstaltungen. Möchten Sie den Livestream schauen, finden Sie den Link hier