Rettungsrobotik im Dialog #12

Kartierung per UAV: Konzepte, Software und Einsatzpraxis bei BOS

Drohnen werden zunehmend für Aufgaben in der Lagebeurteilung genutzt. Neben der kurzfristigen Bewertung einzelner Bilder können sie zusätzlich als Sensorplattformen für die Produktion wichtiger Geodaten verstanden werden. Um etwa in Großschadenslagen und Katastrophen Areale mit zerstörter Infrastruktur schnell neu zu erfassen, bietet sich die Photogrammetrie an. In verschiedenen Vorträgen werden Grundlagen, Software und die Einsatzpraxis bei BOS dargestellt. 

4. Februar 2026

15:30 - 17:00

Agenda

15:30 – 15:35 Uhr
Begrüßung durch die Moderatorin
Ivana Kruijff-Korbayova (Senior Researcher DRZ)

15:35 Uhr – 15:55 Uhr
2D/3D Kartierung in der Feuerwehrpraxis mit der DJI Software Terra 
Thomas Weisser (Freiwillige Feuerwehr Triberg im Schwarzwald Abteilung Gremmelsbach) 

16:00 – 16:20 Uhr
Drohnen in der Lagedarstellung: Geschwindigkeit durch schnelle Georeferenzierung
Dr. rer. nat. Bodo Bernsdorf (THGA – Technische Hochschule Georg Agricola, Bochum)  

16:25 – 16:45 Uhr 
DLR MACS-Live – Echtzeitkartierung für das Katastrophenmanagement
Daniel Hein (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)

16:45 – 17 Uhr 
Offene Fragerunde (Optional)

2D/3D Kartierung in der Feuerwehrpraxis mit der DJI Software Terra 

In diesem Vortrag gibt Thomas Weisser einen kompakten Überblick über DJI Terra und die Grundlagen der Photogrammetrie. Neben Grundprinzipien und Datenerfassung geht es vor allem auch auf Praxisbeispiele ein. Ziel des Vortrags ist es, den Teilnehmern praxisnah zu zeigen, wie die Feuerwehr Triberg DJI Terra effizient einsetzt, welche Mehrwerte es im Einsatz bietet und welche Alternativen existieren. 

Drohnen in der Lagedarstellung: Geschwindigkeit durch schnelle Georeferenzierung

Eine Alternative zu rechenaufwendigen OpenSource- und kommerziellen Tools ist die Auswertung der Metainformationen, die in den sogenannten EXIF-Daten jedes Drohnenbildes stehen. Die Nutzung von Magnetkompass, Position, Inertial- und Kameradaten kann unter Verzicht auf die Erstellung eines Bildverbandes ein vergleichbares Ergebnis mit einem großen Zeitgewinn liefern. Der Vortrag von Bodo Bernsdorf zeigt, wie der Ansatz mit dem Werkzeug GeoDroPh umgesetzt wurde und schlägt einen Workflow für Drohneneinheiten vor. 

DLR MACS-Live – Echtzeitkartierung für das Katastrophenmanagement

Seit vielen Jahren entwickelt die Abteilung für Sicherheitsforschung und Anwendung am DLR Luftbildkameras und Drohnensysteme für die Echtzeitkartierung, wie etwa das MACS-Live System. Es erstellt währendes des Fluges in Echtzeit ein hochaufgelöstes Lagebild und eine Thermalkarte. Daniel Hein berichtet über die Einbindung dieser Echtzeitkarten beim Endanwender sowie über den Einsatz der Systeme, zum Beispiel für die großflächige Kartierung von Erdbebengebieten in der Türkei 2023 oder 2022 beim Waldbrand im Berlin Grunewald.

 

Thomas Weisser (Freiwillige Feuerwehr Triberg im Schwarzwald Abteilung Gremmelsbach) 

Jahrgang 1962. Seit über 40 Jahren Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr Triberg im Schwarzwald Abteilung Gremmelsbach. Davon 30 Jahre tätig als Abteilungskommandant bis Herbst 2022. 2019 bis heute: Aufbau, Entwicklung und Leitung einer Drohnengruppe in unserer Feuerwehr Abteilung. Das Team besteht heute aus 10 Mitgliedern. Wir setzen folgende Drohnen ein: 2x DJI M30, 1x DJI M400- mit er jeweiligen entsprechenden Ausstattung, Kamera und Bildübertragungssystemen. In unserem Landkreis und darüber hinaus arbeiten wir auf einem ziemlich hohen Niveau.

Dr. rer. nat. Bodo Bernsdorf (THGA – Technische Hochschule Georg Agricola, Bochum) 

Bodo Bernsdorf ist physischer Geograph und befasst sich seit Ende der 1980er Jahren mit der Verarbeitung von Geodaten. Über die Nutzung von Satellitendaten stieß er Anfang der 2010er Jahre auf die Drohnentechnologie, die viele Vorteile bietet. Besonders in seinem Ehrenamt als Feuerwehrmann schien die Flexibilität deutlich höhere Flexibilität zu versprechen. Anfang 2014 kam es dann zu seinem ersten Drohnenflug in einem Feuerwehreinsatz. Danach entwickelte er das Thema kontinuierlich weiter. Im beruflichen Umfeld ist der Drohneneinsatz fast Tagesgeschäft, so dass auch Erfahrung mit für den Feuerwehreinsatz eher ungewöhnlichen Sensoren bewertet werden können. Als Vorsitzender des Fachausschuss Forschung im VdF NRW und Mitglied der Kreiseinsatzleitung im Kreis Unna (Sachgebiet 2) versucht Bernsdorf das Thema Drohneneinsatz verstärkt aus der Wissenschaft für Großschadenslagen und Katastrophen und den rückwärtigen Einsatzleitungen nutzbar zu machen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Heiner Rössmann, Vermessungsingenieur und Photogrammeter, entwickelte er ein Konzept zur schnellen Georeferenzierung, das im Vortrag adressiert wird.

Daniel Hein (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.)

Daniel Hein hat Informatik und Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert und dort 2007 sein Diplom auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz erlangt. Er arbeitet seit 2007 am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin. Seit 2010 ist er in der Abteilung für Sicherheitsforschung und Anwendungen tätig und an der Entwicklung der DLR MACS Kamerasysteme beteiligt. Im Schwerpunkt beschäftigt sich Daniel Hein seit vielen Jahren mit der Echtzeitkartierung von Luftbildern.