Rettungsrobotik im Dialog #14

Drohnendetektion und Drohnenabwehr

Unbemannte Luftfahrtsysteme haben sich im Bevölkerungsschutz und auch in zahlreichen anderen zivilen Anwendungsbereichen zu einem wichtigen Werkzeug entwickelt. Gleichzeitig steigt jedoch die Herausforderung, unautorisierte oder missbräuchliche Drohnen frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Drohnendetektion und Drohnenabwehr gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen, sondern ebenso um rechtliche Rahmenbedingungen, Einsatzkonzepte und die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Behörden und Sicherheitsakteuren.

Genau diese unterschiedlichen Perspektiven möchten wir zusammenbringen. Unsere Referenten beleuchten das Thema aus rechtlicher, wissenschaftlicher und praktischer Sicht und geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen sowie bestehende Herausforderungen.

2. September 2026

15:30 - 17:00

Agenda

15:30 – 15:35 Uhr
Begrüßung durch den Moderator Robert Grafe (DRZ)

15:35 Uhr – 15:55 Uhr
Rechtssichere Abwehr von Drohnen – ist das möglich?
Dr. Andreas Roß (Leitender Regierungsdirektor, Regensburg Bayern)

16:00 – 16:20 Uhr
Schutzziele für den sicheren Drohneneinsatz
Dr.-Ing. Jens Pottebaum (Oberingenieur Lehrstuhl für Produktentstehung, Universität Paderborn) ‚

16:25 – 16:45 Uhr
Drohnendetektion – ein Einblick in die Praxis
Jeremy Jordy
(Condor Sicherheit)

16:45 – 17 Uhr 
Offene Fragerunde

Rechtssichere Abwehr von Drohnen – ist das möglich?

Dr. Andreas Roß beleuchtet die rechtlichen Grundlagen für den Betrieb und die Abwehr von Drohnen und zeigt auf, welche gesetzlichen Vorgaben beim Drohnenflug einzuhalten sind und welche Konsequenzen Verstöße nach sich ziehen können. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sicherheitsrelevante Drohnen möglichst früh erkannt und bewertet werden müssen, um eine rechtmäßige Reaktion zu ermöglichen. Darüber hinaus werden die Zuständigkeiten von Polizei, Bundeswehr und Betreibern kritischer Infrastrukturen sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich der Drohnenabwehr und geplante gesetzliche Änderungen diskutiert. Anhand praktischer Fragestellungen wird aufgezeigt, welche Herausforderungen sich bei der Bewertung, Detektion und Abwehr von Drohnen in der Praxis ergeben.

Schutzziele für den sicheren Drohneneinsatz

Feuerwehren und das THW setzen Drohnen zur Erkundung von Einsatzlagen und z.B. zum Transport von Einsatzmitteln ein. Gleichzeitig ist ein akutes Thema, gefährliche Drohnen detektieren und abwehren zu müssen. Drohnen sind in dem Fall angreifendes Objekt. Hier vermischen sich Analyse und Maßnahmenplanung: Einsatzdrohnen sind gleichzeitig potenzielles Ziel von Angriffen. Diese sind über Kanäle im Sinne der Cyber-Security über Kommunikationskanäle zu befürchten. Mögliches Angriffsziel ist es beispielsweise, die Hardware schädigen, den Datentransfer zu manipulieren oder Daten für eigene Zwecke abzureifen. Deshalb müssen Drohnen auch als Angriffsziel betrachtet werden, Angriffe auf Drohnen erkannt und mitigiert werden. Der Vortrag setzt einen Impuls in Form von Schutzzielen und Anforderungen, die in einem vierjährigen Projekt am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn adressiert werden.

Drohnendetektion – ein Einblick in die Praxis

Wie lassen sich unautorisierte Drohnen in der Praxis erkennen und welche Informationen sind für die Bewertung einer Situation relevant? Jeremy Jordy von CONDOR gibt einen praxisnahen Einblick in die Möglichkeiten moderner Drohnendetektion. Anhand einer speziell für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) entwickelten Software zeigt er verschiedene Einsatzszenarien und erläutert, wie Detektion, Lagebild und Einsatzplanung zusammenspielen. Dabei geht er auf unterschiedliche Detektions- und Klassifikationsverfahren, relevante Zuständigkeiten sowie technische Abwehrmöglichkeiten wie Jamming und Hijacking ein. Der Vortrag zeigt damit anschaulich, welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen – und wo Befugnisse Grenzen setzen.

Dr. Andreas Roß (Leitender Regierungsdirektor, Regensburg Bayern) 

Dr. Andreas Roß ist Jurist und seit 2016 Leiter einer HR-Abteilung im öffentlichen Dienst. Nach seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt wechselte er zum Freistaat Bayern, wo er mehrere Jahre in Rechts-, Personal- und IT-Abteilungen tätig war. Seit 2008 hält er Seminare zum Social-Media- und Datenschutzrecht für Unternehmen und Behörden im In- und Ausland. Er ist Lehrbeauftragter an der OTH Regensburg sowie an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern. Seit 2020 unterrichtet er zudem zum Recht der Künstlichen Intelligenz und zum Drohnenrecht.

Dr.-Ing. Jens Pottebaum (Oberingenieur Lehrstuhl für Produktentstehung, Universität Paderborn)

Dr.-Ing. Jens Pottebaum ist Akademischer Oberrat am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Digitalen und Virtuellen Produktentstehung sowie in datengetriebenen Methoden und Künstlicher Intelligenz für sicherheitskritische Anwendungen. Er arbeitet in zahlreichen nationalen und europäischen Forschungsprojekten an innovativen Lösungen für Krisenmanagement, Rettungsrobotik und digitale Entscheidungsunterstützung.

Jeremy Jordy (CONDOR Sicherheit – Schwerpunkt Drohnendetektion)

Jeremy Jordy ist seit Anfang 2026 bei CONDOR tätig. Dort liegt sein fachlicher Schwerpunkt auf dem Themenfeld Drohnendetektion. Bei Rettungsrobotik im Dialog bringt er diese Perspektive als Referent in die Veranstaltung ein. 
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